Matratzen mit orthopädischen Eigenschaften sind nur etwas für ältere Leute? Keineswegs, denn orthopädische Matratzen können wesentlich zur Vorbeugung von Rückenschmerzen beitragen. Diese und weitere orthopädische Probleme wie etwa ein Bandscheibenvorfall können mit einer guten orthopädischen Matratze gemindert werden. Wir haben für Sie die wichtigsten Faktoren zusammengestellt.

Orthopädische Matratzen im Test: Darauf kommt es an

Bei der Auswahl einer orthopädischen Matratze sollten Sie ganz genau hinschauen. Denn der Begriff orthopädische Matratze  ist nicht markengeschützt und darf theoretisch von allen Herstellern verwendet werden – auch wenn die Matratze keinen nennenswerten orthopädischen Vorteil bringt.

Was muss eine orthopädische Matratze leisten?

Um ihrem Namen gerecht zu werden und den Qualitätstest zu überstehen, muss eine orthopädische Matratze folgende Aspekte erfüllen:

  • Die doppelte S-Form der Wirbelsäule muss natürlich gestützt werden – in jeder Schlafposition.
  • Muskelverspannungen müssen gelindert werden können.
  • Durchblutungsstörungen werden vermieden.

Wird die Wirbelsäule nicht ausreichend gestützt, verkrümmt sie sich in den Stunden, die wir schlafend verbringen, auf unnatürliche Weise. Die Muskeln verkrampfen, die Bandscheiben leiden und man erwacht morgens mit Verspannungen oder Rückenschmerzen. Eine orthopädische Matratze mit Zonenanpassung kann das verhindern.

Sollten bei der orthopädischen Matratze Härtegrade angegeben sein, beachten Sie bitte, dass diese keiner Norm unterliegen. Das tatsächliche Härteempfinden ist subjektiv, Sie sollten also unbedingt Testberichte lesen und mindestens 14 Nächte auf der orthopädischen Matratze verbringen. Erst dann hat sich Ihre Wirbelsäule so weit umgewöhnt, dass Sie einschätzen können, ob die Matratze zu Ihren Bedürfnissen passt.

Ebenso wichtig ist, dass die Matratze allein nicht viel ausrichten kann. Im besten Fall ergänzen Sie sie durch einen orthopädisch sinnvollen, flexiblen Lattenrost. Alternativ können Sie sich für ein bereits aufeinander abgestimmtes Schlafsystem oder eine Kombination aus Schlafsystem und Matratze entscheiden.

Orthopädische Matratzen bei Rückenschmerzen

Wer morgens häufig mit Rückenschmerzen aufwacht, weiß, dass dieser Zustand weitreichende Auswirkungen haben kann. Denn unter den Schmerzen leidet der gesunde Schlaf und auf Dauer auch die Psyche: Man stellt sich schon abends darauf ein, am nächsten Morgen oder sogar nachts wegen der Schmerzen munter zu werden. Dabei ist regelmäßiger, guter Schlaf unverzichtbar für die Gesundheit.

Orthopädische Matratzen bei RückenschmerzenMit einer orthopädischen Matratze können Sie Rückenschmerzen und letzten Endes auch einem Bandscheibenvorfall vorbeugen.

Natürlich können Rückenschmerzen auch andere Ursachen haben und orthopädische Matratzen sind kein Allheilmittel. Trotzdem ist es sinnvoll, eine solche Matratze nicht erst anzuschaffen, wenn es schon zu spät ist. Ergänzen können Sie sie durch ein orthopädisches Kopfkissen, das ebenfalls den Hals- und Nackenbereich stützt.

Orthopädische Matratzen wirken nicht zuletzt dank dem Material stützend. Gängige Materialien sind verschiedene Schaumvarianten sowie Latex. Besonders empfehlenswert ist hier hundertprozentiger Naturlatex, da es sich um ein reines Naturmaterial mit sehr hoher Punktelastizität handelt, das für jeden Schlaftyp geeignet ist. Unabhängig von der Art Ihrer Rückenschmerzen gilt: Ignorieren Sie die Schmerzen nicht – sie könnten Vorboten eines Bandscheibenvorfalls sein.

Orthopädische Matratzen und Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall kommt meist unerwartet und scheinbar aus dem Nichts. Tatsächlich gehen dem umgangssprachlichen „Hexenschuss“ aber meist monatelange unbemerkte Rückenbeschwerden voraus.

Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall?

Die Bandscheiben sind 23 bewegliche Elemente zwischen den einzelnen Wirbeln der Wirbelsäule. Sie haben einen gallertartigen Kern, und ein Teil dieser Flüssigkeit tritt durch die Belastungen im Alltag tagsüber aus. Bei einer gesunden Schlafposition wird die Gallertmasse nachts wieder aufgesaugt und die Bandscheiben regenerieren.

Ein Bandscheibenvorfall entsteht, wenn sich das Bandscheibengewebe durch übermäßigen Druck – verursacht durch die falsche Haltung – zu stark aufwölbt. Dann läuft die Flüssigkeit aus dem Kern so aus, dass sie auf umliegende Nerven bzw. Nervenwurzeln drückt. Die plötzlich spürbare Folge: ein stechender Schmerz, meist im unteren Rücken.

So beugen orthopädische Matratzen dem Bandscheibenvorfall vor

Dass die Gallertmasse aus den Bandscheiben austritt, aber nachts nicht wieder aufgenommen wird, geschieht meist über einen längeren Zeitraum. Durch eine einzige falsche Bewegung werden schließlich die Schmerzen ausgelöst. Die orthopädische Matratze muss also verhindern, dass die Bandscheiben dauerhaft zusammengedrückt werden. So kann die Bandscheibenflüssigkeit wieder gleichmäßig verteilt werden.

So helfen orthopädische Matratzen bei einem Bandscheibenvorfall

Ist der Bandscheibenvorfall bereits passiert, kann die orthopädische Matratze den Schmerz nachts lindern. Denn das äußerst punktelastische Material in Kombination mit dem Zonensystem entlastet die Wirbelsäule genau an den richtigen Bereichen. Der Körperdruck wird auf die ganze Liegefläche verteilt statt nur auf einzelne Stellen und der Schmerz kann nachlassen.

Die orthopädische Matratze schont und stützt also gleichzeitig Gelenke und Wirbelsäule. Bei punktelastischen Materialien wie Naturlatex hält dieser Effekt jahrelang an, denn hier bilden sich keine Kuhlen in der Matratze. Mit anderen Worten: Ein „Durchliegen“ gibt es nicht.

Die Punktelastizität bedeutet auch, dass sich die Liegefläche weich anfühlt. Eine herkömmliche Matratze mit niedrigem Härtegrad ist hingegen nicht empfehlenswert: Je weicher die Unterlage, desto unkontrollierter sinkt der Körper ein und desto unnatürlicher kann sich die Wirbelsäule krümmen. Schmerzlinderung wird dann nahezu unmöglich.

Zahlt die Krankenkasse die orthopädische Matratze?

Eine gute orthopädische Matratze ist aus hochwertigen Materialien gefertigt. Diese Tatsache sowie die Verarbeitung des Zonensystems schlägt sich oft im Preis nieder. Auf lange Sicht gerechnet, lohnt sich allerdings die Investition durchaus, denn das hohe Raumgewicht einer orthopädischen Matratze bedeutet gleichzeitig Langlebigkeit.

Geht man also aus, dass die Matratze bis zu 15 Jahre genutzt wird, handelt es sich um ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Anschaffungskosten für eine orthopädische Matratze müssen Sie dabei keinesfalls immer allein tragen.

Sofern Sie eine ärztliche Verordnung vorweisen können, haben Sie gute Chancen auf Unterstützung durch die Krankenkasse mit Selbstbehalt. Wenn die Matratze zur medizinischen Rehabilitation unbedingt nötig ist, kann der Selbstbehalt entfallen. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer Krankenkasse, wie diese Fälle gehandhabt werden.

Orthopädische Matratze plus Boxspringbett?

LaModula BoxspringbettenEin herkömmliches Boxspringbett hat im Kern metallene Sprungfedern (engl. box springs). Dieses Bettsystem macht bei orthopädischen Beschwerden wenig Sinn, da es nicht so individuell angepasst werden kann und keine ausreichende Entlastung bietet.

Falls Sie nicht auf die elegante Optik verzichten möchten, sind metallfreie Boxspringbetten eine gute Alternative. Sie kommen ohne das Sprungfedersystem aus und sind dank hoher Matratzen orthopädisch sinnvoll. Mindestens 19 cm hoch sollte die Matratze sein, noch besser gepolstert ist sie mit dem sogenannten Topper, einer Matratzenauflage.

Je höher die orthopädische Matratze ist, desto dicker ist die punktelastische Liegefläche. Bei Rückenbeschwerden oder nach einem Bandscheibenvorfall kommt Ihnen diese Tatsache spürbar zugute. Boxspringbett und orthopädische Matratze müssen sich also keinesfalls ausschließen!

Schmerzfrei schlafen dank orthopädischer Matratze

LaModula orthopädische Matratze

Wer nachts nicht gut liegt, schläft erstens schlechter und muss zweitens auf lange Sicht mit Rückenbeschwerden rechnen: An diesen Tatsachen führt kein Weg vorbei. Eine orthopädische Matratze unterstützt die Wirbelsäule in den vielen Stunden, die wir im Bett verbringen und erlaubt auch den Bandscheiben, sich angemessen zu regenerieren. Über diese vorbeugende bzw. therapeutische Maßnahme freut sich Ihr Rücken jede Nacht aufs Neue – versprochen. 

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