Nachtschweiß: Nächtliches Schwitzen und seine UrsachenMan erwacht schweißgebadet mitten in der Nacht, der Pyjama ist durchgeschwitzt – und im schlimmsten Fall das ganze Bett neu zu überziehen: Das ist Nachtschweiß oder nächtliche Hyperhidrose, wie der Mediziner sagt. Nächtliches Schwitzen kann etwas ganz Harmloses sein – etwa in heißen Sommernächten –, aber auch ein Zeichen für eine ernste Erkrankung wie Krebs. Wir haben uns für Sie über die Ursachen von Nachtschweiß schlau gemacht.

Nächtliches Schwitzen: Ursachen

Grundsätzlich verlieren Menschen beim Schlafen Flüssigkeit: einen halben Liter Schweiß in einer Nacht zu produzieren, gilt als normal. Schwitzen ist eine natürliche Funktion des Körpers, die ihn vor Überhitzung schützt.

In der Nacht sinkt die Körpertemperatur, die Wärme wird nach außen abgegeben. Benutzt man dicke Decken oder ist die Raumtemperatur zu hoch, hilft der Körper mit Schwitzen nach, um die Wärme reduzieren zu können. In diesem Fall kann man sich weiterhelfen, indem man eine passende, atmungsaktive Bettdecke  verwendet und die Raumtemperatur im Schlafzimmer anpasst. Weitere Infos zur passenden Bettdecke finden Sie in unserem Lexikon-Artikel zu diesem Thema.

Oft ist Nachtschweiß auf diese äußeren Umstände zurückzuführen. Er kann aber auch psychische oder physische Gründe haben, also ein Symptom für eine Erkrankung sein, die vom Arzt abgeklärt werden sollte. Vor allem, wenn das nächtliche Schwitzen sich über einen längeren Zeitraum hinzieht oder zusätzlich von anderen Beschwerden begleitet wird, sollte man einen Arzt konsultieren.

Ursachen reichen von Erkältung über psychische Belastung bis hin zu ernsten Erkrankungen

Auslöser für Hyperhidrose gibt es viele. Neben umgebungsbedingten wie zu hoher Temperatur oder falscher Schlafausstattung können auch Genussmittel wie Alkohol und Kaffee oder Medikamente zu Nachtschweiß führen. Häufig ist das Schwitzen außerdem Zeichen einer psychischen Überlastung – Stress und Ängste können Gründe dafür sein.

nächtliches Schwitzen und seine UrsachenNächtliche Schweißausbrüche können darüber hinaus Symptome von ernsten Erkrankungen sein. Sofern das Schwitzen mit Fieber und Gewichtsverlust einhergeht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Wir haben Ihnen einen Überblick zusammengestellt; folgende Krankheiten können Nachtschweiß verursachen:

  • Erkältungen (hier ist der Nachtschweiß nicht so stark ausgeprägt wie bei schwereren Infektionen)
  • Infektionskrankheiten (Grippe, Tuberkulose, HIV-Infektion, bakterielle Herzinnenhautentzündung/Endokarditis)
  • Autoimmunerkrankungen (Arthritis, Gefäßentzündungen)
  • Krebserkrankungen (Lymphdrüsenkrebs, Leukämie)
  • Neurologische Erkrankungen (Morbus Parkinson)
  • Hormone, Stoffwechselstörungen

Nachtschweiß ist durch starkes nächtliches Schwitzen gekennzeichnet. In der Regel betrifft das mehr als nur eine Körperregion, besonders häufig ist allerdings der Oberkörper betroffen.

Nachtschweiß im Brustbereich

Der Rumpf mit Brust und Nacken ist eine besonders wärmeempfindliche Körperregion: Hohe Temperaturen, Nervosität oder Fieber bringen unseren Körper vor allem hier zum Schwitzen. Auch Nachtschweiß kann sich vor allem an Brust und Nacken zeigen und die Schweißperlen zum Vorschein bringen.

Wenn das Schwitzen mit Fieber und Gewichtsverlust einhergeht, ist ein Besuch beim Arzt anzuraten. Oft kommt es aber zu nächtlichen Schweißfluss ohne Fieber, was ebenfalls mehrere Ursachen haben kann. Ein paar davon haben wir oben schon erwähnt, aber nun wollen wir uns das noch einmal genauer ansehen.

Nächtliche Hyperhidrose ohne Fieber

Ist die Schlafumgebung nicht optimal, kann das nächtliche Schweißattacken auslösen. Schwitzen durch eine zu warme Zimmertemperatur, eine zu dicke Bettdecke, Bettwäsche aus Polyester – dem kann man relativ leicht mit der passenden Bettdecke und atmungsaktiver Bettwäsche entgegenwirken.

Gegen die Temperatur ist man vor allem im Sommer oft machtlos. Zudem gibt es aber noch weitere Faktoren, die den Schlaf beeinflussen und die man berücksichtigen kann: Alkohol, scharfes Essen oder koffeinhaltige Getränke können das Schwitzen verstärken.

Nächtliche Hyperhidrose ohne Fieber: Schweißattacken

Eine häufige Ursache für nächtliches Schwitzen ist innere Unruhe und Stress. Wenn die psychische Belastung sich nachts fortsetzt, ist der Körper unter Dauer-Anspannung. Dadurch werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet und es kommt zu einer erhöhten Schweißproduktion. Helfen Entspannungsübungen nicht, den Zustand in den Griff zu bekommen, empfiehlt sich ein Besuch bei einem Psychologen oder Psychotherapeuten.

Hormonelle Schwankungen sind oft ein weiterer Faktor, der Nachtschweiß auslösen kann – ein Umstand, der vor allem Frauen betrifft, sind sie doch allein durch den Zyklus monatlichen Schwankungen ihres Hormonspiegels ausgesetzt.

Schweißattacken in der Nacht als Frauen-Thema

Frauen sind einem starken hormonellen Wandel ausgesetzt – ab der Pubertät durch ihren Zyklus, während Schwangerschaften wird der Hormonhaushalt umgestellt, während der Wechseljahre ebenso. Wir schauen uns die einzelnen Lebensabschnitte etwas genauer an:

Nachtschweiß und die Periode

Frauen sind ab der Pubertät einem hormonellen Zyklus ausgesetzt, sofern sie ihn nicht mit Medikamenten beeinflussen. Jede Frau erlebt ihre Periode anders; manche sind beschwerdefrei, andere wiederum werden durch Schmerzen oder andere Beschwerden in ihrem täglichen Leben beeinträchtigt. Eine dieser Einschränkungen kann nächtliches Schwitzen sein.

Hormone zählen zu den möglichen Faktoren, die die Schweißbildung in der Nacht beeinflussen können. Dadurch kann es zu vermehrtem Schweiß während der Menstruation kommen.

Nachtschweiß in der SchwangerschaftNachtschweiß in Schwangerschaft und Wochenbett

Auch im Verlauf einer Schwangerschaft kann es aufgrund der hormonellen Schwankungen zu Nachtschweiß kommen – genauso wie zu Schweißausbrüchen und Hitzewallungen tagsüber. Spezifische Zeiten beziehungsweise ein bevorzugtes Trimenon gibt es dafür nicht, das ist bei jeder Frau unterschiedlich.

Die hormonelle Achterbahnfahrt ist allerdings nicht mit der Geburt beendet – sie hört nicht mit der Schwangerschaft auf, sondern geht mit dem Wochenbett weiter. Das Wochenbett endet etwa sechs bis acht Wochen nach der Niederkunft. Neigen sich die fruchtbaren Jahre einer Frau dem Ende zu, hat sie noch eine letzte große Hormonumstellung zu durchleben: Das Klimakterium wartet.

Nachtschweiß in den Wechseljahren: Viel (Wäsche-)Wechsel im Wechsel

Vor dem Eintritt in die Wechseljahre steigt die Produktion der weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron im Körper noch einmal kurzzeitig an, um dann beim tatsächlichen Eintritt der Menopause plötzlich wieder abzusinken. Das wiederum regt die Produktion der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin an. Und diese beiden kurbeln die Schweißproduktion an.

Das kann zu den bekannten Hitzewallungen und Nachtschweiß im Wechsel führen. Der Nachtschweiß kann mitunter so stark ausfallen, dass die Nachtwäsche mehrmals pro Nacht gewechselt werden muss. Ähnlich wie die Periode durchlebt aber nicht jede Frau den Wechsel gleich – bei manchen treten solche Symptome verstärkt auf, bei anderen wiederrum gar nicht.

Aber Nachtschweiß kann – unabhängig vom Geschlecht – in jeder Lebensphase auftreten. So auch in der Kindheit, die wir im nächsten Abschnitt näher beleuchten wollen.

Warum ist mein Kind in der Nacht nass? Nachtschweiß bei Kindern

Nachtschweiß bei Kindern

Findet man sein Kind morgens durchgeschwitzt im Bett und es ist ansonsten völlig gesund, ist es ratsam, sich zuerst das Schlafumfeld anzusehen: eine nicht zu hohe Raumtemperatur und die passende Schlafausstattung sind auch für Kinder wichtig. Dabei sollte man auf atmungsaktive, natürliche Materialien bei Kinder-Bettdecken  und dem weiteren Equipment achten und die Nachtwäsche nicht vergessen.

Ansonsten können die meisten Dinge, die bei Erwachsenen Auslöser für Nachtschweiß sind, es ebenso bei Kindern sein – beispielsweise Erkältungen, aber auch ernstere Erkrankungen. Besteht der Nachtschweiß also über längere Zeit oder geht mit Fieber oder Gewichtsabnahme einher, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Hat man den Nachtschweiß medizinisch abklären lassen und es steckt keine schwerwiegende Erkrankung dahinter, stellt sich in jedem Alter die Frage, was man gegen die unangenehmen Symptome unternehmen kann.

Was tun gegen nächtliche Schweißausbrüche?

Nachtschweiß ist in den meisten Fällen zwar nichts Gefährliches, aber ein sehr lästiger Begleiter im Alltag. Er kann außerdem die Schlafqualität enorm beeinträchtigen. Häufig legt sich das nächtliche Schwitzen wieder, wenn etwa eine Erkältung überstanden wurde oder wenn es gelungen ist, den Auslöser für psychischen Stress zu finden und zu eliminieren. Wenn sich die Symptome allerdings nicht bessern, haben wir für Sie einige Ratschläge parat.

Die besten Tipps, Tricks und Hausmittel gegen Nachtschweiß

  • Achten Sie auf einen rhythmischen Alltag und auf Ihre Schlafhygiene.
  • Vermeiden Sie Alkohol und koffeinhaltige Getränke – vor allem vor dem Schlafengehen.
  • Verzichten Sie auf zu fettige und zu scharfe Speisen.
  • Gewöhnen Sie sich das Rauchen ab.
  • Achten Sie auf die passende Schlafumgebung und natürliche Materialien in Ihrem Schlafzimmer.
  • Tragen Sie atmungsaktive Nachtwäsche, die der Temperatur angepasst ist.
  • Liegt das Problem im hektischen Alltag, versuchen Sie es mit Entspannungsübungen.
  • Salbeitee hemmt die Schweißbildung.

 


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